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Stadtnachrichten

Hier finden Sie Informationen aus dem städtischen Mitteilungsblatt  "Schorndorf Aktuell"

Zweiter Bahngipfel zur Situation bei der Remsbahn


Bahngipfel im großen Sitzungssaal des Rathauses am Marktplatz

Die andauernden Störungen auf der Remsbahn veranlassten Oberbürgermeister Matthias Klopfer und seine Bürgermeisterkollegen Andreas Schaffer aus Plüderhausen und Jörg Hetzinger aus Urbach, erneut Vertreter der DB Regio und des Verkehrministeriums nach Schorndorf einzuladen. Auch die Landtagsabgeordneten Petra Häffner MdL, Claus Paal MdL und Jochen Haußmann MdL sowie Landrat Dr. Richard Sigel und Dr. Peter Zaar, zuständiger Dezernent des Landkreises für öffentlichen Personennahverkehr, nahmen in dieser Woche am Bahngipfel teil.

C. Gläser, K. Stier, G. Hickmann, M. Klopfer, A. Schaffer, J. Hetzinger (v.l.).  Oberbürgermeister Matthias Klopfer leitete die Veranstaltung mit den Blitzlichtern aus der von seinem Team durchgeführten Pendlerbefragung ein und fasste die Anliegen zusammen: „Überfüllung, Verspätung, Zugausfälle, mangelhafte Informationen im Störungsfall, schlechte technische Zustände der Wagen, Barrierefreiheit, unzureichende Sauberkeit, fehlendes Bahnpersonal und damit ein gefühlter Sicherheitsverlust, das sind die Hauptanliegen unserer Remsbahnnutzer.“ 256 Personen nahmen an der Umfrage teil. Die Bürgermeister Hetzinger und Schaffer bestätigten die Anliegen und gaben zu verstehen, dass die Stimmung der Pendler am Tiefpunkt angelangt sei. Dies zeigte sich auch in den Wortmeldungen der anwesenden Pendler. Es hapere an Qualität, Service und Preis. Auch Jochen Haußmann MdL ist mit der Situation äußerst unzufrieden. Er nehme wahr, dass die DB Regio sich bemühe, aber selbst auf die App „Streckenagent“ der Deutschen Bahn, die eigens für Störungsfälle eingerichtet wurde, sei kein hundertprozentiger Verlass.

Maßnahmen

Claus Paal MdL berichtete, dass Pendler, die eine Entschädigung bei der DB Regio einforderten, diese auch erhielten. Leider treffe dies bisher immer noch nicht auf die Pendler aus Schorndorf zu. Weshalb sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer vehement für eine Entschädigung für die ab Schorndorf Reisenden einsetzte. Seit Februar habe das Verkehrsministerium den Sonderbeauftragten für Qualität im Schienenverkehr, Gerhard Schnaitmann, eingesetzt, betonte Gerd Hickmann, zuständiger Abteilungsleiter für den Schienenverkehr im Verkehrsministerium. Die Strafen, die die DB Regio wegen der Vertragsverletzung zu zahlen habe, würden den Betreiber schmerzen. Seit der Umstellung auf fünf-teilige Züge sei zumindest eine Verbesserung zu verzeichnen, so Hickmann, der die Remsbahn nicht als größtes Sorgenkind in der Metropolregion Stuttgart sieht. „Wir kümmern uns, nehmen die Anliegen ernst, aber lösen muss es die DB Regio.“

Die Hauptprobleme, mit denen die DB Regio zu kämpfen habe, rührten einerseits vom Fahrplanwechsel, von besonders hohem Krankheitsaufkommen des Personals und von Zugmaterial, welches technisch nicht einwandfrei aufeinander abgestimmt werden könne, erklärten die Verantwortlichen der DB Regio Cornell Gläser und Karl-Eugen Stier, die nach eigenen Angaben auf Hochtouren mit ihrem Team an der Verbesserung der Situation als noch zuständiger Betreiber arbeiten.

Ausblick 2019: Betreiberwechsel

Seit dem letzten Schorndorfer Bahngipfel am 19. Dezember 2016 seien aber Verbesserungen in puncto Pünktlichkeit zu verzeichnen. Diese bewege sich annähernd wieder auf den Vorjahreswerten. „Wir sind noch lange nicht dort angelangt, wo wir sein sollten“, erklärte Stier und nannte weitere Schritte zur Verbesserung der Qualität der Fahrzeuge, wie beispielsweise sogenannte Instandhalter, die in den Zügen eingesetzt sind, um technische Probleme bereits unterwegs beheben zu können. Die Fahrgastvertreter des Vereins Pro Bahn, Ulrich Arndt und Andreas Kegreiß, wünschen sich seitens der Bahn bessere Personalplanung - insbesondere, was den Bereitschaftsdienst betreffe. Dies sei eine Pflicht der Daseinsvorsorge. Für das Jahr 2019 sieht OB Matthias Klopfer eine „Operation am offenen Herzen“ auf die Remsbahn zukommen, denn dann stehe einerseits ein Betreiberwechsel an, andererseits sollen Gleise saniert werden. Dies treffe nicht nur die Pendlerinnen und Pendler, sondern auch zahlreiche Gäste während der Remstal Gartenschau 2019.

Fahrgastzahlen analysieren

Auch Haußmann und Hetzinger sehen weitere Probleme auf Urbach im Jahr 2019 zurollen. Zum einen seien mehr Stehplätze als Sitzplätze geplant und es werde von einer Fahrgastzunahme von 30 Prozent ausgegangen. Darüber hinaus befürchten sie längere Züge, für die im schlimmsten Falle der Urbacher Bahnhof nicht lang genug sei. Um das Thema der aktuellen aber auch künftigen Fahrgastzahlen rechtzeitig anzugehen, verständigten sich OB Klopfer, die Bürgermeister Hetzinger und Schaffer gemeinsam mit den Vertretern des Landkreises und Verkehrsministeriums, die Fahrgastzahlen erneut zu ermitteln. Klopfer und seine Bürgermeisterkollegen versicherten, sich weiterhin für die Pendler der Remsbahn einzusetzen und in regem Austausch mit den Verantwortlichen zu bleiben.

Ergebnisse der Bahnumfrage

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