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Stadtnachrichten

Hier finden Sie Informationen aus dem städtischen Mitteilungsblatt  "Schorndorf Aktuell"

Dachstuhlsanierung steht an
Stadtkirche: Kirchengemeinde sammelt Spenden - Nuss-Skulpturen als erneutes Fundraising-Projekt


Der Dachstuhl drückt auf die Gewölbedecken des Chors.

Im November 2014, nach fast zweijähriger Bauzeit, wurde die Innensanierung der Stadtkirche abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die Dachkonstruktion die Steinrippen der Gewölbekappen über dem Chor berühren und darauf Druck ausüben. „Die unerwartete Entdeckung, verbunden mit zusätzlichen Kosten, überstieg das Budget der Innensanierung, die zu großen Teilen aus Spenden finanziert wurde“, erklärte Dekanin Juliane Baur, die gemeinsam mit Vertretern des NABU Schorndorf und Umgebung e.V. zur Dachstuhlbegehung eingeladen hatte.

Kulturdenkmal erhalten

Architektin T. Schuler und Dekanin J. Baur (v.l.). Beim großen Stadtbrandim Jahre 1634 wurde ein Großteil der Kirche zerstört. Der erneute Aufbau der Kirche dauerte rund 30 Jahre. Der Dachstuhl über dem Chor wurde ohne durchgehende Balken aufgebaut. Die gestoßenen Deckenbalken übten somit seitdem enormen Druck auf die gemauerten Gewölbekappen des Chores aus. Hinzu kamen diverse Wasserschäden, die das Fichtenholz, aus dem das Gebälk besteht, zusätzlich beschädigten. Das Dach neigt sich zunehmend in Richtung des Turms. „Als Sicherung und notwendige Maßnahme wurden bereits bei der Innensanierung die Balken mit Hilfskonstruktionen stabilisiert und der Dachstuhl provisorisch nach oben gezogen“, erklärte Tina Schuler vom Schorndorfer Architekturbüro Treide, das die Innensanierung durchführte und nun mit der Sanierung des Dachstuhls beauftragt ist. Das Ziel sei nun eine dauerhafte und nachhaltige Sanierung des Dachstuhls über dem Chor, um das Dach vor dem Einstürzen zu bewahren und die Stadtkirche als eines der wichtigsten Kulturdenkmäler der Stadt zu erhalten, so Dekanin Baur.
Günther Lang und Werner Schwarz suchten bei der Dachstuhlbegehung nach Spuren, ob Fledermäuse auf dem Dachstuhl der spätgotischen Kirche beherbergt sind. Tatsächlich fanden die beiden Naturschützer eindeutige Hinweise über deren Existenz. Nun sollen im Zuge der Sanierung spezielle Dachziegel eingesetzt werden, die den Fledermäusen das Durchfliegen ermöglichen. Final entscheidet der Kirchengemeinderat Ende Oktober über deren Einsatz. Auch der Turm der Kirche ist belebt: Rund 20 Dohlen nisten dort.

Spenden für Sanierung

Limitierte Auflage zweier Nuss-Skulpturen zugunsten der Sanierung. Nach den Untersuchungen am Dachstuhl, die von dem Architekturbüro Treide mit einem weiteren Ingenieurbüro durchgeführt wurden, geht die Kirchengemeinde derzeit von 426.000 Euro geschätzten Sanierungskosten aus. 200.000 Euro muss die Evangelische Kirchengemeinde an Eigenmitteln aufbringen. 40 Prozent davon müssen dabei zusammengetragen sein, so dass die Sanierungsarbeiten starten können. Der Rest wird über kirchliche Zuschüsse finanziert. Ziel ist es, die Sanierung innerhalb der nächsten beiden Jahre abgeschlossen zu haben. Insgesamt werden die Arbeiten zwischen drei bis fünf Monate andauern. Dekanin Baur hofft, baldmöglichst damit beginnen zu können. Jedoch ist der Starttermin von den dringend erforderlichen Spendeneinnahmen abhängig. Sie sei aber optimistisch, schließlich habe man bei der Innensanierung 2012 auch bei Null angefangen.
Bei den geplanten Arbeiten müsse das Dach über dem Chor abgedeckt, das Chorgebäude auf dem Chorumgang eingerüstet und schließlich die schadhaften Hölzer entfernt und ausgetauscht werden, fasste Schuler die Maßnahmen zusammen.

Nuss-Skulpturen

Gemeinsam mit dem Gesamtkirchengemeinderat, dem Kirchbauverein und einem eigens eingerichteten Fundraising-Team sind verschiedene Spendenaktionen zur Finanzierung der Dachstuhlsanierung in Planung. Als erstes Fundraising-Projekt geht eine limitierte Auflage von Nuss-Skulpturen an den Start. Annegret Scherz-Dollmann ist die Verantwortliche für dieses Projekt und berichtete über den Erfolg, den sie bereits vor einigen Jahren beim Verkauf von Nuss-Skulpturen erzielen konnte. Schon damals stellte der Weinstädter Bildhauer Prof. Karl Ulrich Nuss 50 gegossene Skulpturen bereit. Die beiden neuen Motive aus Bronze, zunächst in einer begrenzten Auflage von je 15 Stück, werden am Samstag, 28. Oktober um 11 Uhr im Martin-Luther-Haus vorgestellt.

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