Stadtnachricht

Politik im Rathaus: Stadträtinnen und Stadträte haben das Wort
Heute: CDU-Frakton


Eine Chance für die Werkrealschulen

In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen, die Karl-Friedrich-Reinhard-Hauptschule und die Keplerschule, zur Werkrealschule auszubauen. Mit diesem Beschluss ist zumindest für die nächsten Jahre sichergestellt, dass es in Schorndorf nicht zu Schließungen von Hauptschulstandorten kommen wird. Dies ist ein gutes Signal für den Bildungsstandort Schorndorf.

Blicken wir ein Jahr zurück: Im letzten Herbst wollte uns die Stadtverwaltung weismachen, dass es vollkommen illusorisch sei, die Zweizügigkeit der Karl-Friedrich-Reinhard-Hauptschule aufrecht zu erhalten. Deshalb sei es angebracht, aus Kostengründen des Status als Werkrealschule (des alten Typus) zu überdenken.

Wenn dies umgesetzt worden wäre, wäre dies ein verheerendes Signal für die Schorndorfer Hauptschulen und vor allem für die betroffenen Schüler und Eltern gewesen – deshalb hat der Gemeinderat damals gegen den Willen der Verwaltung an der Zweizügigkeit der Karl-Friedrich-Reinhard-Hauptschule festgehalten und darauf vertraut, dass die Anmeldezahlen zur Erfüllung der Zweizügigkeit erreicht werden.

Mittlerweile hat die CDU-FDP-Landesregierung Schritte eingeleitet, den Klassenteiler für Hauptschulen zu senken und mit der Einrichtung des neuen Typus Werkrealschule das dreigliedrige Schulsystem moderner und zukunftsfähiger zu machen.

Leider würden viele Kommunal- und Landespolitiker aus rein ideologischen Gründen das dreigliedrige Schulsystem nur zu gern abschaffen. Mit der Folge, dass viele soziale Probleme von der Hauptschule in die Realschule hineingetragen würden, und dass damit noch mehr Schüler aufs Gymnasium drängen würden – unabhängig davon, ob sie für das Gymnasium geeignet sind oder nicht.

Wir alle wissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer an den Hauptschulen vielfach einen besonders schweren Job zu leisten haben. Neben dem Bildungsauftrag müssen sie zusätzlich noch die Aufgabe der Erziehung der Schülerinnen und Schüler schultern – schon deshalb, weil viele Eltern aufgrund ihrer persönlichen oder sozialen Situation überfordert sind, ihr Kind entlang des Schulalltags zu begleiten.

Auch deshalb ist es wichtig, dass an den Hauptschulen und Werkrealschulen Bildungsinhalte vermittelt werden, die den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Lehrstelle und Arbeitsmarkt besser ermöglichen, als dies bislang der Fall war.

In diesem Zusammenhang von einer „Bildungspolitischen Mogelpackung“ oder einer „großen Murksveranstaltung“ (OB Klopfer) zu sprechen ist unangemessen und wird dem großen Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer an den Schorndorfer Hauptschulen in keiner Weise gerecht. Im Übrigen zeigt auch die PISA-Studie, dass die Bundesländer, die am dreigliedrigen Schulsystem festhalten, im Bundesländervergleich besser abschneiden, als die Länder mit der Gesamtschule als Regelschule. Matthias Härer