Stadtnachricht

Internet in Lichtgeschwindigkeit
Die Stadtwerke treiben den Glasfaserausbau voran. Als nächstes Projekt steht der Steinwasen an.


Wenn das Glasfaserkabel erst einmal verlegt ist, muss es nur noch ins Haus.

Wer kennt es nicht: Man will nur kurz was googlen, aber die Seite lädt einfach nicht. Für die Bürgerinnen und Bürger ist schlechtes Internet ein Ärgernis. Für Firmen ist eine stabile und schnelle Verbindung sogar überlebenswichtig. Fällt diese einmal aus, stehen Existenzen auf dem Spiel. Darum setzen immer mehr Unternehmen auf einen verlässlichen Glasfaseranschluss.

„Wir haben eine Firma ans Glasfasernetz angeschlossen“, erzählt Matthias Pickel von den Stadtwerken, „die fertigt Gussteile für einen Autohersteller an. Sobald der seine Bestellung aufgibt, müssen die Teile auch schon hergestellt werden. Daher ist eine schnelle Reaktion unerlässlich. Ohne Internet keine Produktion.“

Kupfer vs. Glasfaser

Martin Mauser, Bauleiter Telekommunikation der Stadtwerke, erklärt den Unterschied zwischen den Kupferkabeln, die bislang für die Internetübertragung genutzt werden, und den modernen Glasfaserkabeln, die sie ersetzen sollen, so: „Bei Kupfer nimmt das elektrische Signal, das die Information transportiert, ab, je länger die Strecke ist, die es zurücklegen muss - und damit auch die Bandbreite und die Übertragungsgeschwindigkeit. In den Glasfasern hingegen sitzen links und rechts optische Komponenten. Die Daten werden in Licht umgewandelt und wellenförmig übertragen. Das passiert fast ohne Geschwindigkeitsverlust, selbst über weite Strecken.“ Den immensen Unterschied erkennt man, wenn man sich die Zahlen vor Augen hält: Über ein Kupferkabel können bis zu 16 mbit pro Sekunde übertragen werden, über ein Glasfaserkabel sind es dagegen bis zu 1000 mbit. „Die Daten schießen in Lichtgeschwindigkeit von Punkt A nach Punkt B“, so Mauser.

Ausbau Steinwasen

Demnächst bauen die Stadtwerke das Gebiet Steinwasen mit Glasfaser aus. Die Anlieger werden bei solch einem Ausbau vorher gefragt, ob sie Interesse an einem Anschluss haben. Wenn sich genug Interessierte finden, werden das Gebiet, die Straße ausgebaut. Einige Unternehmen im Steinwasen haben diese Chance auch direkt genutzt und einen Anschluss beantragt.

„Unser ist Ziel ist es“, erklärt Martin Mauser, „wenn man sowieso an einem Gebäude vorbeigräbt, es auch zu erschließen. Wir wollen natürlich nur einmal graben, das ist für alle - Anwohner, Passanten und natürlich auch uns - am praktischsten. Daher wäre es toll, wenn sich die Unternehmer und Besitzer doch überlegen, ob es für sie nicht Sinn macht. Es ist ja nicht nur ein technischer Fortschritt und Vorteil, den man sich ins Haus holt. Man steigert auch den Wert seiner Immobilie damit. Schnelles Internet ist gerade bei jungen Leuten eine Voraussetzung für den Wohnungskauf.“

Matthias Pickel fügt hinzu: „Das ist das modernste Medium, um Daten zu übertragen. Was Besseres gibt’s nicht. Es ist eine Investition in die Zukunft. So schnell wird Glasfaserkabel nichts ersetzen.“ Manch einer lasse sich nicht gleich überzeugen, erzählt Mauser. „Es ist aber auch schon vorgekommen, dass sich Anlieger noch kurzfristig für einen Anschluss entschieden haben, als dann der Bagger sowieso schon vor dem Haus stand.“ Mauser schätzt, dass die Bauarbeiten im Steinwasen Mitte April beginnen werden. Anlieger haben also noch ein bisschen Zeit, sich zu entscheiden. „Zur Not auch erst, wenn der Bagger vorm Haus steht“, sagt er mit einem Augenzwinkern.