Volltextsuche auf: https://www.schorndorf.de
Volltextsuche auf: https://www.schorndorf.de
Das Suchfenster kann über die Taste "ESC" geschlossen werden.
Blick über Schorndorf

Stadtnachricht

Landkreis startet mit seiner App RMK-Cosima in die Pilotphase


Grafik der RMK-COSIMA App auf einem Smartphone

Der Rems-Murr-Kreis verfügt inzwischen über ein Netz von rund 160 Corona-Schnell-Testzentren, die alle über COSAN, die Softwarelösung des Landkreises vernetzt sind. Das Netzwerk ermöglicht sowohl den Bürgerinnen und Bürgern, als auch den Schnell-Testzentren im Landkreis eine zentrale Online-Buchungsplattform. Ergebnisse kommen direkt aufs Smartphone und positive Befunde landen digital im Gesundheitsamt.

Aber was passiert mit den vielen Selbst-Schnelltests, die inzwischen in der Schule oder in den Betrieben gemacht werden? Diese Testergebnisse werden bisher nicht immer digital erfasst, eine Vernetzung mit dem Gesundheitsamt ist nicht gesichert und die Testergebnisse sind bisher meist nicht als Nachweis im Sinne der Corona-Verordnung gültig – etwa für den Friseurbesuch, die Wilhelma oder perspektivisch für Click & Meet.

Der Rems-Murr-Kreis arbeitet deshalb bereits seit Ende März mit Hochdruck daran, diese Lücke zu schließen. Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes legt in Paragraph 4a fest, dass negative Schnelltest-Ergebnisse dann als Nachweis dienen können, wenn sie entweder aus einem Testzentrum kommen, oder wenn sie als Selbsttest unter Aufsicht eines geschulten Dritten gemacht wurden.

Hier setzt der Landkreis an: Mit einem Schulungskonzept für geschulte Dritte („Tester“) und der RMK-COSIMA App. Das Schulungskonzept haben die Rems-Murr-Kliniken mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes entwickelt, denn auch die Selbst-Schnelltests sollen nur dann als „Eintrittskarte“ dienen können, wenn die Qualität gesichert ist. Die RMK-Cosima App selbst ermöglicht, dass die Testungen einfach und digital abgewickelt werden und als Nachweis dienen können. Dabei muss der Tester das Ergebnis in der App auf seinem Handy freischalten, damit die getestete Person es wiederum auf ihrem eigenen Handy als Nachweis nutzen kann. Der Rems-Murr-Kreis geht mit seinem Konzept, auch überwachte Schnelltests durch geschulte Dritte zu validieren auch einen Schritt weiter, als die bisher bekannten Überlegungen der Corona-Warn-App. Diese soll zukünftig zwar die Ergebnisse von Schnelltests erfassen können, wohl aber nur Ergebnisse von Schnelltests, die in Testzentren durchgeführt werden.

Die App ist bereits im Apple Store verfügbar. Die Freigabe für den Google Play Store steht noch aus. An ersten Schulen und Unternehmen wird die App seit heute in einer Pilotphase erprobt.

„Uns war wichtig, dass diejenigen, die morgens unter Aufsicht in der Schule oder im Betrieb einen Selbst-Schnelltest machen, das negative Testergebnis mit der RMK-COSIMA App den ganzen Tag über als Nachweis nutzen können – etwa für den Besuch beim Friseur oder beim Einkaufen per Click & Meet“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Die RMK-COSIMA App soll den Menschen einen echten Mehrwert im Alltag bieten und dadurch auch einen Anreiz für Unternehmen und deren Mitarbeitende schaffen, sich im Betrieb testen zu lassen.“ Dabei setzt der Rems-Murr-Kreis bewusst auf Qualität und Sicherheit: Jeder Tester wird registriert und muss zuvor die theoretische sowie praktische Schulung erfolgreich durchlaufen, die zusammen mit den Rems-Murr-Kliniken und dem DRK Kreisverband konzipiert wurde. Es können sich zudem keine Privatpersonen als Tester registrieren, sondern nur Firmen, Vereine, Behörden und sonstige Institutionen.

Auf Sicherheit wurde auch bei der technischen Gestaltung der App großen Wert gelegt. Der digitale Nachweis ist animiert und soll so eine Fälschung der negativen Test-Nachweise unmöglich machen, beispielsweise durch bewegte Elemente.

„Die RMK-COSIMA App zielt auch auf weniger Bürokratie und mehr digitale Vernetzung: Die App übernimmt nicht nur die Dokumentation und Übermittlung des Testergebnisses an die Getesteten, sondern auch an das Gesundheitsamt. Damit wollen wir den bürokratischen Aufwand beim Testen erheblich reduzieren und wie auch die LUCA App mehr Geschwindigkeit bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen erreichen. Zusammen sollen LUCA und COSIMA ein starkes Team bilden“, so Sigel. Der große Vorteil für Schulen ist, dass die App auch die Dokumentation und Meldung der Testergebnisse ans Kultusministerium deutlich vereinfachen soll.

Die RMK-COSIMA App ist auch Teil der kreisweiten Vorbereitungen mit der IHK, dem Einzelhandel, der Gastronomie und der Kulturszene auf mehr Öffnungen bei sinkenden Corona Zahlen. “Unser Konzept setzt auf pragmatische und funktionierende Lösungen, damit wir Öffnungen in der Fläche gestalten können. Wir knüpfen unser digitales Netz für Schnelltests im gesamten Landkreis noch enger“, so der Landrat weiter. „Schließlich brauchen auch jene Betriebe, Gastronomen und Kultureinrichtungen eine praktikable Lösung, die nicht in unmittelbarer Nähe eines der zahlreichen Testzentren sind.“ Deshalb ist die neue App keine Konkurrenz zu den Testzentren, im Gegenteil: RMK-COSIMA soll eine zweite Säule unserer Test-Infrastruktur werden und eine bestehende Lücke bei der Erfassung der Selbst-Schnelltests schließen,“ betont Dr. Sigel.

So geht es jetzt weiter

Der Landkreis hat die App in Rekordzeit gemeinsam mit dem Software-Unternehmen CubeFour erstellt. Grundlage war die entwickelte Softwarelösung COSAN, die für das kreiseigene Testzentrum bereits im Herbst 2020 programmiert wurde.

Nach der Testphase, die bei Corona-Apps besonders intensiv ist, beginnt nun die Pilotphase, in der die neue App im Alltag erprobt wird. Mehr als 80 Unternehmen und immer mehr Schulen haben sich bereits registriert. Diese können jetzt – vorerst nur mit Apple-Geräten – die App herunterladen und dort ihre Freischaltung beantragen.

Sobald alle Unterlagen dafür per E-Mail beim Landratsamt eingegangen sind, können die beaufsichtigten Selbst-Schnelltests vor Ort starten. Die Freischaltung wird auch am Wochenende erteilt, so dass alle teilnehmenden Einrichtungen spätestens ab Montag starten können. Vorteil der Pilotphase ist, möglichen Optimierungsbedarf an der App frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Zur App im App Store (Link funktioniert nur auf Apple-Geräten)

Zu dem Antrag zum Mitmachen, Erklärvideos und Antworten auf häufige Fragen (FAQ)

Ausweitung der PCR-Testungen

Ziel des Kreises war immer, gerade im Bereich der Schulen und Kitas optimale Voraussetzungen zu bieten, um den Schulbetrieb abzusichern. Dafür wurde im Herbst 2020 das erste Schnelltestzentrum eines Gesundheitsamts in Baden-Württemberg eingerichtet.

Mit der gestiegenen Zahl an Schnelltests ist auch die Zahl derjenigen Fälle gestiegen, in denen ein positives Ergebnis mit einem PCR-Test verifiziert werden muss.

Aktuell arbeitet der Landkreis daher gemeinsam mit dem Rems-Murr-Klinikum Winnenden daran, die Kapazität für PCR-Testungen zu erhöhen. Diese Ausweitung erfolgt in enger Abstimmung mit den Kreisärzteschaften, die regelmäßig die Nachtestungen über die Struktur der niedergelassenen Ärzte und der Corona-Ambulanz in Schorndorf sicherstellen.

Das Ziel ist, dass bei zunehmender Nutzung von Schnell- und Selbsttests gewährleistet ist, dass gerade in den Schulen und Kitas positive Schnelltestergebnisse schnell verifiziert werden können. Diese Möglichkeit soll in begrenztem Umfang künftig auch am Wochenenden und an Feiertagen ermöglicht werden, denn insoweit gibt es bisher eine Lücke, wie manch Betroffener erleben musste.

Direkt nach oben