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Blick über Schorndorf

Stadtnachricht

Versorgung und Vorsorge


Mit diesem Messwagen wurden die Signalstärken des Mobilfunks ermittelt

Vergangene Woche fuhr ein zweiköpfiges Team in einem Messwagen etwa vier Stunden durch die Kernstadt sowie durch die Teilorte Schorndorfs, um Signalstärken des Mobilfunks im Stadtgebiet zu ermitteln. Hintergrund ist ein Antrag aus dem Gemeinderat, der von der CDU, dem Bündnis 90/Die GRÜNEN und der Einzelstadträtin Andrea Sieber gestellt worden war und ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept für Schorndorf fordert.

Ziel des Mobilfunk-Vorsorgekonzepts und Aufgabe der beiden Gutachter Ronald Fabian, Geschäftsführer der Firma Techcom und Mitarbeiter Dr. Michael Oestreicher ist es, objektiv aufzuzeigen, in welchen Bereichen es Defizite in der Mobilfunkabdeckung gibt und ob Emissionsüberlagerungen in Schorndorf bestehen. Grundlage hierfür ist die durchgeführte Messung, welche die Gutachter in den kommenden Wochen auswerten und erläutern. Eine Mobilfunk-Landkarte wird Defizite darstellen und dabei helfen, den Mobilfunk zu optimieren und eventuell die Strahlenbelastung zu minimieren. Der bebilderte Ergebnisbericht liegt im Laufe des Sommers vor. Deutlich zeigte sich jedoch bereits vergangene Woche, dass die gesetzlichen Grenzwerte in Schorndorf bei weitem unterschritten werden und somit keine gesundheitliche Gefährdung besteht. Im Verlauf der Messung sei nichts Atypisches aufgefallen, erläutert Ronald Fabian. „Es besteht ein breites Spektrum an Frequenzen. 5G ist bisher jedoch kaum eingeschaltet.“ Als Höchstfrequenz wurden 2.100 Megahertz in Schorndorf gemessen.

Unterwegs war das Mess-Team in einem VW Beetle Cabrio, da PKW-Stoffdächer die empfangenen Signal-Immissionen aufgrund fehlender Metallabsorption nur geringfügig reduzieren und sich die Signale der Mobilfunkstationen somit nahezu ungedämpft an den gemessenen Empfangsorten im Fahrzeug nachprüfen lassen. Zum Einsatz kam ein hochempfindlicher, etwa 40.000 bis 50.000 Euro teurer High-Tech Funkfrequenzsignalempfänger, welcher alle Frequenzen breitbandig von 2G bis 5G misst und unter anderem zur Eichung der Funknetzdimensionierung zertifiziert ist. Dieses Messgerät erlaubt Experten der Funktechnik, Mobilfunksender zu identifizieren, Sende- sowie Empfangscharakteristiken aufzuschlüsseln und Einflüsse auf Funknetzqualität sowie Immission zu erkennen. Die Messtechnik verfügt über eine hochempfindliche Auflösung von Signalausbreitungen, welche Mobilfunkendeinrichtungen (Handys) im kommerziellen Betrieb gar nicht mehr nutzen können. Somit lassen sich auch Sendequellen von Mobilfunkanbietern von mehr als 20 Kilometer Entfernung entschlüsseln.

Um dem Vorsorgegedanken gerecht zu werden, kalibriert das Gutachterteam sogenannte biophysikalische Referenz-Leistungen. Das bedeutet, es wird gemessen, wieviel der abgestrahlten Leistung der Funktürme am Körper ankommt und an welchen Örtlichkeiten biophysikalisch relevante Immissionen gehäuft auftreten, die das Maß der Immission-Vorsorge übersteigen und gegebenenfalls nahe der gesetzlichen Grenzwerte ein gesundheitliches Risiko vermuten lassen.
Der Versorgungsgedanke hingegen befasst sich mit der Fragestellung „Wie viel Service kann ich vom Mobilfunk erwarten?“ Eine zu geringe Funkversorgung würde dazu führen, dass Telefonate aus und in das Mobilfunknetz und insbesondere mobile Datendienste nicht mehr möglich wären. Selbst eine sehr hohe Leistung einer Mobilfunksendeanlage garantiert nicht automatisch eine gute Netzversorgung, da im Falle hoher Leistungsaussendungen sowie einer hohen Dichte sich die Funktürme gegenseitig stören würden. Vergleichbar mit der Zündeinstellung im PKW, bei welcher bei einem möglichst geringen Benzinverbrauch eine maximaler Fahrtstrecke erreicht werden soll, ist es für die Stadt Schorndorf wichtig, einen Mittelweg zu finden, welcher eine optimale Mobilfunkversorgung bei möglichst geringer Immission und mit geringer Interferenz gewährleistet, denn eine gute Mobilfunkverbindung gehört schließlich zu einer guten städtischen Infrastruktur dazu.

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