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Stadtnachricht

Ein Stück näher an der Normalität


Von links: Wolfgang Holzwarth und Simone Vestner vom Jugendzentrum Hammerschlag sowie Iris Schaffer und Leonhard Dommberger vom Jugendhaus Altlache

Corona legte im Frühjahr des vergangenen Jahres alles lahm und machte auch vor der offenen Jugendarbeit keinen Halt. Nach zwei Lockdowns und einer aktuell beginnenden Normalität ziehen Simone Vestner und Wolfgang Holzwarth vom Jugendzentrum Hammerschlag sowie Iris Schaffer und Leonhard Dommberger vom Jugendhaus Altlache ein Resümee über die vergangenen Monate.

Offene Jugendarbeit

Die offene Jugendarbeit deckt ein sehr breites Spektrum ab und ist daher auch gerade in der Coronazeit ein wichtiger Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche. Neben zahlreichen Freizeitangeboten bieten die Einrichtungen auch Einzelfallhilfe, die einen wesentlichen Beitrag zur Lebensbewältigung der Besucherinnen und Besucher beiträgt. Darunter fallen beispielsweise Nachhilfe, Unterstützung bei Bewerbungen, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen aber auch Hilfe bei Themen wie Kriminalität oder Drogenkonsum. Gesprächsangebote und Unterstützung bei schulischen, familiären oder privaten Problemen runden das Angebot ab.

Jugendzentrum Hammerschlag

„Der erste Lockdown hat uns, wie vermutlich die meisten Menschen, förmlich überrollt“, sagt Simone Vestner vom JuZe Hammerschlag. Im Jugendzentrum Hammerschlag kommen normalerweise Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren zusammen. Vestner weiter: „Der Fokus der Arbeit war im ersten Lockdown natürlich ein anderer als im zweiten Lockdown. Wir haben alles Liegengebliebene aufgearbeitet und Renovierungen durchgeführt, aber auch konzeptionelle Arbeit betrieben.
Zusätzlich haben wir mit Streetwork begonnen und haben gemeinsam mit der Drogenhilfe horizont zu unterschiedlichen Zeiten die bekannten Aufenthaltsorte der Jugendlichen in der Stadt aufgesucht und so Kontakt gehalten.“
Von September bis Dezember konnte im Zuge der Lockerungen wieder kurzzeitig geöffnet werden, bevor es dann in den zweiten Lockdown ging, auf den das Team vorbereitet war. „Wir konnten dann Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe in der Einzelbetreuung oder in Kleinstgruppen anbieten. Vor allem bei Präsentationen fürs Homeschooling und den Prüfungsvorbereitungen wurde Hilfe benötigt“, erklärt Vestner. Auch bei Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche war das JuZe im zweiten Lockdown behilflich. Zusätzlich war und ist das Team des JuZu in den Abendstunden wieder draußen unterwegs und betreibt Streetwork. Teilweise auch wieder mit der Drogenhilfe horizont. „Letztes Jahr war deutlich mehr los auf den Straßen und den bekannten Plätzen in der Stadt“, sagt Wolfgang Holzwarth. „Aktuell ist es sehr überschaubar, aber es haben ja auch viele Alternativen wieder geöffnet und man kann sich wo anders treffen als beispielsweise in den Parks.“ Simone Vestner ergänzt: „Letztes Jahr standen viele der Jugendliche kurz vor den Prüfungen und haben dann in den Parks gelernt, da haben wir natürlich auch gerne unterstützt.“
Das Team des Jugendzentrums Hammerschlag ist zusätzlich auch über Social Media und WhatsApp erreichbar. Wolfgang Holzwarth erklärt „Es war gut, dass wir mit den Jugendlichen in Kontakt getreten sind und diesen Kontakt auch halten konnten.“
Aktuell herrscht fast Normalität im Jugendzentrum Hammerschlag. Es konnte zu den bekannten Öffnungszeiten zurückgekehrt werden. Allerdings gibt es noch Einlassbeschränkungen, da sich nur eine bestimmte Anzahl an Jugendlichen im Gebäude aufhalten dürfen.
Die Streetwork soll in den Sommermonaten beibehalten werden. Zudem sind auch einige Projekte im öffentlichen Raum geplant.
Auf was sich Vestner und Holzwarth am meisten freuen? „Auf die Jugendlichen. Endlich wieder größere Gruppen im Haus zu haben. „Wir hoffen, dass viele Jugendliche mitbekommen, dass wir nun offen haben und vorbeikommen. Nach der langen Zeit müssen sich auch viele Strukturen erst wiederfinden, denn durch den Lockdown haben sich auch viele Freundschafts- und Cliquenstrukturen zerschlagen“, fügt Holzwarth hinzu.

Jugendhaus Altlache

„Auch für uns im Jugendhaus Altlache kam der erste Lockdown im vergangenen Jahr überraschend und mitten in den Planungen für den Sommer“, erklärt Iris Schaffer, die in der Einrichtung, in die hauptsächlich Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 21 Jahren kommen, arbeitet. „Wir haben die Zeit natürlich auch für Maler- und Renovierungsarbeiten genutzt und all das aufgearbeitet, was sonst immer liegen geblieben ist. Durch Soziale Medien, WhatsApp, Videotelefonaten und Einzeltreffen konnten wir glücklicherweise viele Kontakte halten. Auch unser Sommerferienprogramm konnte dann weitestgehend stattfinden.“ „Wir haben Einzeltische ausgeliehen und die Angebote nach draußen verlegt. Zusätzlich wurden alle Arbeitsmaterialien wie Scheren oder Stifte regelmäßig nach Gebrauch desinfiziert“, ergänzt Kollege Leonhard Dommberger. Ein „Mordsaufwand“ da sind sich beide einig. Doch die Freude, dass das Angebot trotzdem stattfinden konnte, überwiegt. Im zweiten Lockdown lag der Schwerpunkt der Arbeit von Schaffer und Dommberger auf der Hausaufgabenbetreuung mit maximal zwei Kindern. Bei den Jugendlichen, die auf Ausbildungs- oder Jobsuche waren, wurden Einzelbetreuungen durchgeführt und beim Schreiben und Versenden der Bewerbungen geholfen.
Auch das Jugendhaus Altlache kommt der Normalität näher und hat zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet. Das Sommerferienprogramm kann auch in diesem Jahr stattfinden.
Auf was sich Schaffer und Dommberger am meisten freuen? „Auf Leben im Haus und keine stillen Wände mehr“, sagt Iris Schaffer. „Darauf, dass man sich endlich wieder sehen kann, vielleicht auch mal ohne Maske“, ergänzt Leonhard Dommberger.

Alles muss wieder anlaufen

Beide Jugendzentren haben das Problem, dass die Arbeit erst wieder anlaufen muss und sich herumsprechen muss, dass sie für die Kinder und Jugendlichen wieder geöffnet haben. „Aktuell kommen die meisten aus einem speziellen Grund oder wegen einem bestimmten Anliegen“, sagt Wolfgang Holzwarth. Alle vier, Vestner, Schaffer, Dommberger und Holzwarth, freuen sich darauf, in Zukunft viele Jugendliche in ihren Häusern begrüßen zu dürfen und sich mit ihnen auszutauschen oder einfach nur zu reden und gemeinsam die Zeit zu verbringen.

Infos und Kontakt

Jugendzentrum Hammerschlag (richtet sich an Jugendliche im Alter von 15 bis 27 Jahren): Simone Vestner, Handy 0178 9162221 und Wolfgang Holzwarth, Handy 0163 9109863. Weitere Informationen auch unter www.juzehammerschlag.de.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 16 bis 22.30 Uhr. Freitag von 16 bis 23 Uhr sowie Samstag bis 17 bis 23 Uhr.

Jugendhaus Altlache (richtet sich an Jugendliche im Alter von zehn bis 21 Jahren): Iris Schaffer, Handy 0152 56712687 und Leonhard Dommberger, Handy 0152 56712688. Weitere Informationen auch unter www.jugendhaus-altlache.de.
Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 14 bis 20 Uhr. Donnerstag von 16 bis 21 Uhr. Freitag von 14 bis 21 Uhr.

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