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Blick über Schorndorf

Stadtnachricht

Bürgerstiftung unterstützt Arbeit der Sterbebegleiterinnen


Spendenübergabe an die Hospizstiftung

(jab) - Erstmals schüttet die Bürgerstiftung in diesem Jahr aus ihren Zinserträgen gut 11.000 Euro für Projekte oder Tätigkeiten in der Stadt aus, für die es sonst keine offiziellen Zuschüsse gibt. Nicht alle der 25 gestellten Anträge konnten berücksichtigt werden. Keine Frage war es jedoch für das zuständige Gremium, die ehrenamtlich tätigen Damen der Hospizstiftung zu unterstützen. OB Matthias Klopfer und seine Kollegin Christel Riedel vom Aufsichtsrat überbrachten jetzt der hocherfreuten Damenrunde einen Scheck über 1.000 Euro. Klopfer wertete dies als "symbolische Anerkennung" für die ehrenamtliche Arbeit. Dafür bedankte er sich und zollte den Aktiven gleichzeitig seinen hohen Respekt.

Das Geld ist in guten Händen, wird es doch für neue Ausbildungskurse für angehende Sterbebegleiterinnen im Herbst eingesetzt. Stattliche 75 Unterrichtseinheiten sind vorgesehen, um die Freiwilligen auf ihr sicherlich nicht einfaches Ehrenamt vorzubereiten. Die zwölf aktiven Helferinnen treffen sich in Schorndorf derzeit unter Anleitung von Hospizreferentin Susanne Stolp-Schmidt im Karlsstift. Weitere Gruppen gibt es in Waiblingen, Welzheim und Backnang. Im Vergleich zu anderen Landkreisen ist man im Rems-Murr-Kreis mit insgesamt 80 ehrenamtlichen Helferinnen ganz gut vernetzt. Männer fällt es offensichtlich schwerer, diesen Gefühlsbereich zu bedienen. Gleich mehrfach war von den aktiven Frauen zu vernehmen, dass man bei der Sterbebegleitung auch für sich selbst etwas tue und dies als Bereicherung empfinde.

Der Helferbedarf und die Tätigkeitsfelder werden laut Susanne Stolp-Schmidt immer größer. Sei man zunächst nur in Familien gegangen und habe diese vor Ort unterstützt, so würden jetzt auch Kinder betreut, die selbst schwer erkrankt sind oder ein Elternteil plötzlich verloren haben. Sie empfiehlt, sich möglichst mit dem Tod rechtzeitig auseinanderzusetzen und eine Patientenverfügung in Erwägung zu ziehen. Die Trauerbegleitung sei nach der Beerdigung meist noch nicht abgeschlossen.

Die Unterstützung erfolgt auf Anfrage. Von ihr machen auch an MS erkrankte Patienten Gebrauch. Weil der Tod nicht planbar ist, kann die Zeitdauer der Begleitung im Voraus nicht abgeschätzt werden. Bei Schwerkranken kann es ganz schnell gehen oder auch Monate dauern. Stolp-Schmidt: "Da entstehen oft ganz intensive Beziehungen." Manchmal würden Angehörige mehr Hilfe benötigen als der Sterbende. Ihre Beobachtung deckt sich mit denen der ehrenamtlichen Helferinnen: "Viele sind hilflos und können sich mit der Situation kaum abfinden." Den Hinterbliebenen wolle man auf jeden Fall helfen, wieder Lebensfreude zu finden.





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