Blick über Schorndorf

Stadtnachricht

Landkreis und Kommunen richten mindestens fünf Impfstützpunkte ein: Der erste in Schorndorf startet am Montag


Angesichts der dringend benötigten Impfmöglichkeiten im Rems-Murr-Kreis weitet das Landratsamt die Kapazitäten aus und unterstützt mit voller Kraft die Impfkampagne des Landes. „Die konzeptionellen Vorarbeiten für den Landkreis sind gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, den Rems-Murr-Kliniken, den Hilfsorganisationen und den Kreisärzteschaften weitgehend erledigt. Jetzt kam erfreulicherweise auch prompt die Zusage des Landes, dass der Landkreis wieder in Sachen Impfkampagne aktiv werden darf. Wir verlieren jetzt keine weitere Zeit und können sofort auf den „Startknopf“ drücken“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Geduld wird es bei den Bürgerinnen und Bürgern in der Startphase aber trotzdem brauchen, denn es kann nicht alles perfekt sein, bis die Strukturen wieder voll aufgebaut sind. Unsere Erfahrung mit dem Impftruck hilft uns dabei und gerade für ältere Menschen wird es bald auch Terminvereinbarungsmöglichkeiten geben“, so der Landrat weiter.

Neben den bisher geplanten Impfaktionen in den Kommunen (wir informierten) soll es Stand jetzt fünf feste Impfstützpunkte im Landkreis geben, die gemeinsam mit dem Sozialministerium und den mobilen Impfteams (MIT) des Landes bespielt werden Zudem wird der Landkreis eigene MIT für zusätzliche Impfaktionen in die Kommunen schicken. Die Organisation geschieht in enger Abstimmung mit dem Sozialministerium und den Kreisärzteschaften. Denn wir wollen nicht am Bedarf vorbei aufbauen, heißt es aus dem Landratsamt.

Der erste der geplanten Impfstützpunkte steht bereits fest und geht bereits am Montag in Schorndorf an den Start. Nach Rücksprache mit den Ärzten der orthopädischen Chirurgie auf dem Gelände der Rems-Murr-Klinik in Schorndorf steht die Praxis für zusätzliche Impfungen gerne zur Verfügung. Pro Woche können sich dort mindestens 500 Menschen ihre Impfung abholen. Bis Weihnachten sind das rund 2.500 zusätzliche Impfungen. Der zweite Stützpunkt nach Schorndorf soll in Fellbach in der Alten Kelter eingerichtet werden. Dort wird so schnell als möglich die Infrastruktur aufgebaut und sobald die Teams aus Stuttgart kommen mit den Impfungen begonnen. Die weiteren feste Stützpunkte in Backnang, Murrhardt und Welzheim werden derzeit geplant und sollen baldmöglichst startklar sein.

Landrat Dr. Richard Sigel sagt dazu: „Angesicht der pandemischen Entwicklung müssen wir bei der Impfkampagne jetzt Tempo machen.  Angesichts der Einschränkungen für Nicht-Geimpfte und der hohen Nachfrage an Booster-Impfungen ist der Druck in den Städten und Gemeinden derzeit enorm groß. Viele Bürgerinnen und Bürger bekommen von ihren Hausartpraxen rückgemeldet, dass teilweise Impftermine erst im Februar möglich sind. Offene Impfangebote werden teils „überrannt“. Es kann nicht sein, dass wir den Impfstoff jetzt nicht unter die Menschen bringen“, so der Landrat. „Wir brauchen schnelle und pragmatische Lösungen.“ Daran arbeiten die Kreisärzteschaften, die Rems-Murr-Kliniken sowie die Städte und Gemeinden im Landkreis gerade gemeinsam mit Hochdruck.

„Dass die Unterstützung durch die für uns zuständigen mobilen Impf-Teams aus Stuttgart gut klappt, ist sehr erfreulich und ich begrüße, dass das Sozialministerium Unterstützung für die kreiseigenen MIT und die Impfstützpunkte signalisiert. Es ist höchste Zeit, dass die Politik den Arztpraxen bei den Impfungen unter die Arme greift“, so der Landrat weiter.

„Wir müssen jetzt Tempo machen beim Impfen, um die vierte Welle zu brechen“, sagt auch Dr. Jens Steinat, Pandemiebeauftragter der Kreisärzteschaften. „Das schaffen wir nur, wenn wir gemeinsam mit allen Beteiligten an einem Strang ziehen.“

Auch Impfaktionen für Kinder und Jugendliche sind im Rems-Murr-Kreis bereits in Planung. Sobald die Impfempfehlung der EMA für Kinder ab fünf Jahren vorliegt, sollen auch Impfangebote für diese Altersgruppe verfügbar sein. „Wenn wir das Ziel der Landesregierung erreichen wollen, keine Schulen und Kitas zu schließen, müssen wir auch darauf vorbereitet sein, den Kindern ein Angebot zur Immunisierung zur Verfügung zu stellen“, so Landrat Dr. Sigel. Wichtig ist: Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung liegt weiterhin bei den Familien. Für Landrat Dr. Sigel ist es wichtig, denjenigen ein Angebot zu machen, die das möchten. So führen die Rems-Murr-Kliniken bereits eine Warteliste.

Hintergrund

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden hat der Landkreis das mobile Impfangebot im Rems-Murr-Kreis bereits sehr pragmatisch ausgebaut: Mehr als 50 Aktionen und rund 10.000 Impfungen werden auf diese Weise gemeinsam mit den mobilen Teams des Landes und den niedergelassenen Ärzten bis Weihnachten angeboten.

Die Entsendung kreiseigener MIT hatte der Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschuss des Kreistags am 27. September 2021 in einem Vorratsbeschluss ermöglicht: Angesichts der Schließung des Kreisimpfzentrums wollte der Landkreis bei Bedarf handlungsfähig bleiben und Impfangebote niederschwellig und flächendeckend ermöglichen, falls die Angebote vom Land nicht ausreichen.

Praktische Informationen

Impfstützpunkt Schorndorf:

  • Impfungen nur mit Biontech
  • Terminvereinbarung notwendig: Derzeit über die E-Mail-Adresse info@oc-schorndorf.de – sobald der Landkreis eine zentrale Software für die Impfterminvergabe etabliert hat, kann die Anmeldung darüber erfolgen.
  • Anschrift: Praxisgemeinschaft Orthopädie Chirurgie Schorndorf, Schlichtener Straße 105, 73614 Schorndorf. Die Praxis befindet sich im Erdgeschoss des Gesundheitszentrums Schorndorf (Haus B) unmittelbar an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf.

Weitere Impfaktionen:

  • Alle mobilen Impfaktionen im Rems-Murr-Kreis sind unter www.rems-murr-kreis.de/kiz zu finden. Die Seite wird laufend aktualisiert.

Eine Plattform zur Terminvereinbarung bei allen Impfangeboten wird derzeit programmiert und ist voraussichtlich Ende November verfügbar.

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