Stadtnachricht

Trauer um Reinhard Hanke


Reinhard Hanke.Mit den Angehörigen trauern Gemeinderat und Stadtverwaltung um Oberbürgermeister a.D. Reinhard Hanke, der am Sonntag, 11. Februar im Alter von 83 Jahren nach längerer Krankheit verstorben ist und am Dienstag, 20. Februar auf dem Friedhof in Schlichten beigesetzt wurde.
Oberbürgermeister Bernd Hornikel würdigte in seinem Nachruf beim Trauergottesdienst in der Dorfkirche Schlichten Reinhard Hankes vorbildliches Engagement und rief dessen vielfältiges Wirken in Erinnerung: „Wir verlieren mit Reinhard Hanke einen Mitbürger und einen Kommunalpolitiker, der als Oberbürgermeister in den Jahren 1982 bis 1990, acht Jahre lang die Geschicke der Stadt Schorndorf mit großem Engagement gestaltete und prägte.“

Als Verwaltungsjurist, beim Innenministerium Baden-Württemberg tätig, wurde Reinhard Hanke 1982 im Alter von 42 Jahren zum Oberbürgermeister gewählt. Als SPD-Mitglied ohne „Hausmacht“ im Gemeinderat stellte er sich keiner leichten Aufgabe. Er wollte ein „OB für alle“ sein und war nicht angetreten, sich zu schonen. Er wollte „Grund machen im Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Stadt und in einer Bündelung von Tradition und Fortschritt etwas Bleibendes geben“.
Der Sozialdemokrat Reinhard Hanke sah sich als „Architekt der Stadtgemeinschaft“ und verstand die Stadt als „runden Tisch“, in der die „Kraft des besseren Arguments“, Bürgernähe und die Transparenz von Entscheidungen Leitlinien sein sollten. Er lebte und verlangte konzeptionelles, selbstständiges Denken und nutzte juristische und verwaltungsbürokratische Vorgaben zur Gestaltung und kreativen Weiterentwicklung der Stadt, um sie zu einem starken Mittelzentrum im Remstal, mit positiver Ausstrahlung in die Region zu machen und in der Stadt ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.
In seine Amtszeit fielen bis heute das Stadtbild und die Stadtgesellschaft prägende Projekte wie die Innenstadtsanierung, die Einrichtung der Fußgängerzone, der autofreie Obere Marktplatz und „sein Kind“: die bürgerschaftlich, ehrenamtlich organisierte Kulturarbeit im Kulturforum.
Daneben galt es, die Finanzen der verschuldeten Stadt zu sanieren und die Prioritätenplanung am finanziell Machbaren auszurichten.
Er hatte die Gabe, Mitglieder der Stadtgesellschaft zu motivieren, selbst aktiv zu werden und Bleibendes zu schaffen. So entstanden unter anderem die Stiftung Barbara-Künkelin-Preis, der Museumsförderverein, die Heimatblätter, Skulpturen wurden Teil des Stadtbildes und die Kapelle im Alten Friedhof wurde saniert.

Als DRK-Ortsvereinsvorsitzender hat er sich sehr für die Planung und den Bau des DRK-Hauses in der Lortzingstraße eingesetzt und hierfür erfolgreich Spenden eingeworben. Zusätzliche Ämter nahm er nicht nur beim DRK, sondern auch bei der Volkshochschule, der Jugendmusikschule, der Abendrealschule, beim Arbeitsamt und Regionalverband wahr und gehörte von 1989 bis 1994 der SPD-Fraktion im Kreistag an.
Die mit den Städtepartnerschaften verbundene Friedensarbeit und Aussöhnung, insbesondere im Austausch mit den Partnerstädten Tulle und Kahla, waren ihm Herzensangelegenheiten, die er mit persönlichem Einsatz, Mut und Entschlossenheit pflegte. Das Simpson College in Indianola (Iowa) verlieh ihm am 17. Mai 1987, vor Ort in den USA, vor 2500 Studenten und Professoren die Ehrendoktorwürde der Rechtswissenschaften.
In seiner Abschiedsrede am 12. Juli 1990 betonte Reinhard Hanke, dass die tiefsten Erlebnisse seiner Amtszeit die Begegnungen mit Menschen, sei es bei freudigen aber auch bei traurigen Anlässen, gewesen seien und resümierte, dass in den vergangenen acht Jahren „viele neue Pflänzchen in Geist, Kultur und Mitmenschlichkeit gesetzt worden seien“. Sein Wunsch sei es, dass „Jede und Jeder daran mitwirke, diese Pflänzchen zu gießen und zu pflegen, damit der gute Geist der Gemeinsamkeit weiterwirke“.
Im Geiste dieser Erinnerungen, werden Gemeinderat und Stadtverwaltung Reinhard Hanke nicht vergessen und ihm dankbar ein ehrendes Andenken bewahren.