Stadtnachricht

Appell an Ministerpräsident und Bundeskanzler


Oberbürgermeister Bernd Hornikel hat sich aufgrund der Folgen der Flutkatastrophe direkt an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und an Bundeskanzler Olaf Scholz gewandt und finanzielle Unterstützung für die Stadt Schorndorf gefordert.  „Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung, die wir aus eigenen Mitteln nicht bewältigen können“, heißt es in den Schreiben.

Nach ersten Eindrücken beläuft sich die Schadensumme allein für die Stadt Schorndorf als Kommune auf 30 bis 35 Millionen Euro. Hinzu kommen geschätzte Schäden an der Wieslauftalbahn in Höhe von rund 20 Millionen Euro, wovon die Stadt Schorndorf als Miteigentümer 25 Prozent zu tragen hat. „Die Stadt Schorndorf braucht sofortige und substanzielle finanzielle Unterstützung, um die notwendigen Maßnahmen ergreifen und den Wiederaufbau beginnen zu können“, heißt es weiter.

Ohne finanzielle Unterstützung von Land und Bund seien zudem Investitionen in die Zukunft der Stadt, wie in eine klimaangepasste Innenstadt oder eine klimaneutrale Energieversorgung, aufgrund der Kosten des Wiederaufbaus nicht zu stemmen. Die Hilfe von Bund und Land sei jetzt entscheidend, um eine Katastrophe noch größeren Ausmaßes zu verhindern. „Ohne diese Hilfe stehen wir vor dem realen Risiko, dass unsere Stadt und der soziale Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft langfristig Schaden nehmen und viele unserer Bürgerinnen und Bürger ihre Existenzgrundlage verlieren werden.“

OB macht sich für Betriebe stark

In einem weiteren Schreiben an Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, macht er sich noch einmal explizit für die betroffenen Unternehmen in Schorndorf stark.

Rund 150 Betriebe in Miedelsbach, Haubersbronn, Schornbach und in Teilen der Kernstadt kämpfen mit den Folgen der Flutkatastrophe. „Die Unternehmen stehen vor großen finanziellen Herausforderungen und brauchen insbesondere hinsichtlich einer schnell verfügbaren Liquidität dringend Unterstützung“, heißt es in dem Schreiben von Oberbürgermeister Bernd Hornikel. Außerdem unterstütze er mit Nachdruck einen Appell von mehr als 40 betroffenen Betrieben bezüglich eines speziell aufgelegten Programms über die L-Bank, das den Unternehmen zinslose oder zinsgünstige Kredite für die Finanzierung der hohen Reparatur- und Investitionskosten zur Verfügung stellt.

Zudem brauche es weitere unbürokratische Hilfen, etwa bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld für vom Starkregen betroffene Betriebe. „Als Kommune unterstützen wir unsere Unternehmen, wo wir können. Finanzielle Hilfen für die Unternehmen können wir als Kommune alleine und auch über Spendengelder nicht stemmen, weshalb wir und die Unternehmen dringend eine finanzielle Unterstützung des Landes Baden-Württemberg benötigen.“