In Zeiten von Insektensterben, Klimawandel und knappen Personalressourcen entwickelte die Abteilung Stadtgrün des Fachbereichs Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter aus Weinheim ein zukunftsweisendes Pflanzkonzept für Schorndorf. In einer ersten großen Pflanzaktion wurden im Herbst 2023 die vorhandenen Beete im Schlosspark und die Beete entlang der Karlsstraße und an der Forscherfabrik umgestaltet. Dazu wurden stressresistente, tolerantere und trockenheitsverträgliche Wildstauden ausgewählt. So ist die Pflanzung an das zunehmend wärmere und trockenere Klima angepasst. Zum Pflanzkonzept gehört aber auch, dass Wildbienen und andere Insekten in den Staudenbeeten reichlich Nahrung vorfinden. Deshalb wurden zum Beispiel vermehrt auch attraktive und bestäuberfreundliche Doldenblütler, Salbeiarten oder Korbblütler verwendet.
Gepflanzt wurde im Mischpflanzungsprinzip. Durch gezielte Gruppierung und Benachbarung sowie gestaffelte Höhen Akzente wird eine langfristig stabile, nachhaltige und attraktive Beetgestaltung erreicht, die vom Frühjahr bis in den Spätherbst über verschiedene Blütenaspekte zeigt und in den Wintermonaten mit interessanten Strukturen einen Ort für Insekten zur Überwinterung und Entwicklung bietet. Da die Pflanzen längere Wurzeln ausbilden können, müssen sie mit den Jahren nicht mehr so viel gegossen werden, was zu einem reduziertem Pflegeaufwand führt und gleichzeitig Ressourcen einspart.
Peu a peu werden nun weitere Bepflanzungen, die an das Pflanzkonzept angelehnt sind, im Stadtgebiet folgen. Halten Sie die Augen offen!
Nachmachen erwünscht!
Die Abteilung Stadtgrün stellt Ihnen einen Pflanzplan zum Nachmachen auf 10 m² zur Verfügung. Viel Freude beim Gärtnern!
Pflege-Tipp: Mineralisches Mulchmaterial
Mulchen ist ein untrennbarer Baustein von pflegereduzierten Staudenpflanzungen. Mulchen mit Mineralischen Material bedeutet, die Bodenoberfläche mit Mineralstoffen in Form von Sand, Edelsplitten oder Sand-Splitt-Gemischen beziehungsweise Sand-Kies-Gemischen abzudecken. Das Ergebnis ist eine deutliche Reduzierung der Unkrautsämlinge sowie eine geringere Verdunstungsrate.
Warum mineralische Mulchstoffe? Nicht alle Stauden mögen Rindenmulch. Nur Stauden, die zu den Wald- oder Waldrandpflanzen gehören, vertragen von Natur aus eine drei bis fünf Zentimeter dicke Mulchschicht aus Rindenmulch oder anderen organischen Mulchmaterialien.
Für offene und voll besonnte Flächen ohne nennenswerten organischen Eintrag haben sich daher mineralische Mulchstoffe besser bewährt als etwa Rindenmulch. WICHTIG: Es befinden sich keine Vliese, Gewebe und dergleichen unter der Mulchabdeckung.
Die Vorteile des Mulchens sind bestechend:
- Weniger Wässern: Bewässerung ist durch die Unterbrechung der Bodenkapillaren (Verdunstungsschutz) seltener, unter Umständen gar nicht mehr nötig;
- Besseres Wachstum: Die Nährstoffverfügbarkeit wird erhöht, da unter der Abdeckung ausgeglichene Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse herrschen (Förderung des Bodenlebens);
- Weniger Unkraut: Die Besiedlung der Fläche durch Samenunkräuter wird effektiv vermindert;
- Pflegeerleichterungen: Eine Bodenlockerung entfällt, die Pflanzung kann auch bei feuchter Witterung betreten werden, keine Bodenverdichtung, keine Verschlämmung nach Starkregen;