Abgeschlossene Projekte

Informationsabend zum Thema Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung

Am 10. Oktober 2019 im Zentrum für internationale Begegungen

Zum 01.01.2020 trat das Gesetz zur Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung in Kraft. Es ermöglicht Ausländern, deren Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist (sog. Duldung), unter bestimmten Voraussetzungen und für einen bestimmten Zeitraum einen verlässlichen Aufenthaltsstatus durch eine langfristige Duldung zu erhalten, wenn sie eine Berufsausbildung absolvieren oder einer Beschäftigung nachgehen. Um Jugendliche und junge Erwachsene mit unsicherem Aufenthaltsstatus über das neue Gesetz zu informieren, veranstaltete das Integrationsmanagement am 10. Oktober 2019 einen Informationsabend im Zentrum für internationale Begegnungen. Zahlreiche Betroffene und Interessierte sind der Einladung gefolgt.

Bei vielen der jungen Geflüchteten ist ein grundsätzliches Interesse vorhanden, eine Ausbildung zu absolvieren. Jedoch führen langandauernde Asylverfahren, die Ungewissheit über die eigene Bleiberechtsituation und die drohende Ablehnung sowie mögliche Abschiebung, häufig zu enormem psychischen Druck und Desillusion. Die jungen Menschen mit Fluchtgeschichte über neue Regelungen zu informieren und ihnen die damit verbundenen Bleibemöglichkeiten zu erläutern, ist deshalb sehr wichtig.

Herr Andreas Linder vom AWO Kreisverband Esslingen e.V. vermittelte den rund 40 Zuhörenden in leichter Sprache die Inhalte des neuen Gesetze. Er informierte  über die Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausbildungs- oder Beschäftigungsduldung und widmete sich den zahlreichen interessierten Fragen der Teilnehmenden. Auch die Ausländerbehörde stand für Fragen zur Verfügung.   

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die anwesenden jungen Geflüchteten,  Ehrenamtlichen  sowie Jugendhilfeträger und weitere Interessierte die Gelegenheit sich auszutauschen und weitere Fragen im kleineren Kreis zu stellen.

Schorndorfer Buddys - 1-Jahres Tandem-Programm

Im Schuljahr 2018/2019 wurde das Projekt „Schorndorfer Buddys“ durchgeführt. Ziel war es, Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammen zu bringen. Die Idee zu dem Projekt entstand aus der Beobachtung, dass Jugendliche mit Flucht- und/oder Migrationsgeschichte häufig nur über wenige Kontakte zu Gleichaltrigen verfügen, die in Deutschland aufgewachsen sind. Der fehlende Kontakt kann auf beiden Seiten zu Vorurteilen führen und Diskriminierung sowie Rassismus fördern. „Schorndorfer Buddys“ will dem entgegenwirken.
 
Der Projektauftakt fand im Oktober 2018 im Zentrum für internationale Begegnungen statt. Hierzu waren alle Jugendlichen aus Schorndorf eingeladen. Im November 2018 besuchten die Jugendlichen den „skypark“ in Schwäbisch Gmünd. Dort ging es nach einem Teamtraining am  Boden für die Teilnehmenden in den Hochseilgarten. Darauf folgte im Dezember 2018 ein Länderabend, an dem die Jugendlichen ihre jeweiligen Herkunftsländer einander vorstellten.
 
Im März 2019 startete „Schorndorfer Buddys“  in abgewandelter Form in die zweite Runde. In Kooperation mit drei Schorndorfer Schulen fanden weitere Treffen statt.  Beteiligt waren 50 Schülerinnen und Schüler der Vorbereitungsklassen der Gottlieb-Daimler-Realschule und des Max-Planck-Gymnasiums sowie einer Berufskollegklasse der Johann-Philipp-Palm-Schule.
 
Die Klassen lernten sich bei einem gemeinsamen Nachmittag im März das erste Mal kennen. Die Teilnehmenden haben Ihre Herkunftsländer in Vorträgen vorgestellt, ländertypische Gerichte und Kleidungsstücke mitgebracht oder über Traditionen und Alltägliches gesprochen. Dabei konnten erste Gemeinsamkeiten festgestellt werden. Im April ging die Gruppe zusammen Bowling spielen. So konnten erste Kontakte verfestigt werden. Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung fand im Mai 2019 ein Workshop zum Thema Interkulturalität, Diskriminierung und Rassismus statt. Dabei erfuhren die Teilnehmenden u. a.  was es bedeutet auf Grund seiner Herkunft, Religion oder seines Geschlechts diskriminiert zu werden und welche konkreten Folgen dies hat.
 
Beim Abschluss am im Juli zog die Gruppe ein gemeinsames Resümee. „Schorndorfer Buddys“ funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ein wirkliches Interesse daran haben, die jeweils anderen kennenzulernen. Auf „Fremde“ zuzugehen, offen zu sein und mit ihnen in Kontakt zu treten ist gar nicht so einfach. Traut man sich, ist es jedoch für alle bereichernd, wenn man diesen Schritt wagt und ungeahnte Gemeinsamkeiten entdecken kann. Die Schülerinnen und Schüler der Vorbereitungsklassen als auch die der Berufskollegklasse haben auf jeden Fall etwas fürs Leben gelernt.
 
Das Projekt wurde durch das Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg und durch den Integrationsfonds der Stadt Schorndorf gefördert.

Das Programm wurde gefördert durch:

Logo des Ministeriums für Soziales und Integration