Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir befinden uns im Wandel der Zeit.
Es muss ein Ende der Ära „Leuchtturmprojekte“ eingeläutet werden, die vor vielen Jahren begann.
Die Leuchttürme bringen uns nichts, wenn unser Kapitän, Herr Hornikel, schreit „Eisberg voraus“ !
Das ist eine späte, jedoch noch letzte Chance, sich vor dem eisigen Wasser zu retten!
Die Flut vom 02. auf 03. Juni letzten Jahres hat gezeigt, wie schnell uns das Wasser zu Halse steigt! Die Bürger haben ihr Hab und Gut nicht mehr in Sicherheit bringen können. Das sollte uns auch hier im Haushalt eine Lehre sein um eine Parallele zu ziehen! Schaden konnte nicht mehr abgewendet werden, von Glück kann man sagen, dass nicht noch mehr Menschen dadurch ums Leben kamen.
Die Alarmglocken blieben stumm an diesem Sonntagabend.
Ich möchte hier jedoch folgendes einläuten:
Es ist noch nicht zu spät um dem sinkenden Schiff zu entkommen: Wenn wir es gemeinsam anpacken, dann können wir es noch in eines der Rettungsboote schaffen! Nutzen wir die letzte uns bleibende Chance um überleben zu können. Sichern wir unsere wertvollen Ressourcen für noch schlechtere Zeiten, damit wir dann darauf zurückgreifen können.
Nicht unsere Gebäude verkaufen zu jedem Preis.
Nicht Fördergelder erhalten, indem wir einen noch höheren Preis dafür investieren.
Nicht noch übermäßig mehr Einwohner, die unsere Infrastruktur und den Verkehr belasten statt zu entlasten!
Nicht Brot und Spiele für die Schorndorfer, sondern Nachhaltige und sinnvolle Projekte, die dann unser Schorndorf wieder zum Erleuchten bringen und Hell ins Dunkel bringen!
Wann sehen wir es ein, dass die bisherige Umsetzung und Politik, der letzten Jahrzehnte in Schorndorf zu einer immer größeren Verschuldung geworden ist, die Stadt gefährdet.
Wir müssen sofort damit aufhören! Aufhören, planlos und strategielos aus bestehender oder ehemaliger Infrastruktur Dinge zu entnehmen und zu verscherbeln! Wenn wir in der Zukunft dann feststellen, dass wir keine Flächen mehr haben, die bebaut werden können, oder sinnvoll genutzt werden könnten, dann wird ein Kampf darum uns teuer zu stehen kommen!
In Leipzig z.B. wurde eine Fläche für 0,5 Mio verkauft, nur um dasselbe dann 8 Jahre später wieder für 15 Mio zu erwerben.
Wollen wir es genauso machen?
Nein, wollen wir nicht! Jedoch genau diese Vorgehensweise wird hier ebenfalls umgesetzt! Miedelsbach ist ein Beispiel, dass zu viel verkauft wurde und jetzt wird auch hier wieder ein teureres Gebäude benötigt.
Es ist der falsche Ansatz, für den laufenden Unterhalt günstige Gebäude zu verkaufen, um einmalig die Kasse zu befüllen.
Damit sind wir bereits bei den Haushaltsausgleichsstufen auf Stufe 5 von 5, um den Haushalt auszugleichen! Und somit sind wir bei Alarmstufe rot!
Die im Unterhalt teuren Gebäude und andere teure laufende Kosten, die wir haben, fressen diese einmalige Einnahmen schnell wieder auf!
Wenn wir weitermachen wie bisher, indem wir Gewerbeflächen in Wohnflächen umwandeln, dann kommen wir aus der Misere nicht heraus.
Bei einem falschen Ansatz, zusätzliche Einnahmen über mehr Einwohner zu generieren, darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, daß mehr Einwohner auch heißt: in die Infrastruktur zu investieren!
Haben wir dafür Geld und rechnet sich das?
Diese Frage sei mal dahin gestellt…
Fakt ist:
Wir müssen alle Leuchttürme, so schön diese auch sein mögen, über Bord werfen, um am Eisberg vorbei navigieren zu können. Keine Fördergelder um jeden Preis, die unsere Weststadt mit der Sommermeile nur einen temporären Belebungszauber einhauchen. Wir brauchen Nachhaltige Projekte, die ertragreich sind, und kostengünstig umzusetzen sind. Die Passagiere wollen nicht im eiskalten Wasser schwimmen und noch von den Musikern bespielt werden, die dem Untergang dann zusehen müssen.
Wir müssen mit dem was wir haben haushalten und nach Möglichkeit langfristig Erträge generieren!
Und das ohne dabei die Bürger zu sehr zu belasten!
Ja, die 10er Jahre mögen finanzstark gewesen sein, aber die 10er und ersten 20er Jahre waren geprägt von etlichen teuren Projekten und Umstrukturierungen.
Gespart wurde nur an den Infrastrukturen!
Davon haben wir nun ein einziges Desaster!
- Eine komplizierte, verwobene und unübersichtliche Struktur
- Teure Leuchtturmprojekte, die wie ein Klotz am Bein hängen
- Eine marode Infrastruktur
und…
- Unterdurchschnittliche Einnahmen
Uff guad schwäbisch hemmr:
En Haufa Uffgaba ond Schulda wia en Sautreibr!
I ka bloß hoffa, daß dr oine oddr andore dia Feahlr dr V’rgangahaid ei’sied ond viealeichd sogar zuagibd, so daß mr dr Karra doch no gemainsam aus’m Dreck ziaga kennad!