Am 25. Februar 2026 tagte das Preisgericht zum freiraumplanerischen Wettbewerb „Neugestaltung des Bibliotheksumfelds“ in einer nichtöffentlichen Sitzung im Großen Sitzungssaal. Nach intensiver Beratung wurden aus insgesamt 14 eingereichten Entwürfen die Preisträger ermittelt. Die Wettbewerbssumme von 48.000 Euro wurde auf drei Preise und zwei Anerkennungen verteilt.
Übergeordnetes Ziel des Wettbewerbsverfahrens ist die Stärkung der südwestlichen Altstadt und die Schaffung einer hohen Aufenthaltsqualität. Mit der Neugestaltung des Spitalhofes soll ein adäquates und attraktives Umfeld zur neuen Bibliothek geschaffen werden. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit der funktional-verkehrlichen Neuordnung der Archivstraße und der Johann-Philipp-Palm-Straße. Eine ökologische und klimaangepasste Aufwertung aller öffentlichen Räume soll erfolgen. Die teilnehmenden Büro reichten jeweils zwei Entwicklungsstufen ein. Die erste Stufe berücksichtigt den Erhalt von 17 Stellplätzen, die zweite den Rückbau der Stellplätze auf dem Spitalhof.
Siegerentwurf konnte mit Aufbau auf die historischen Gegebenheiten überzeugen
Den ersten Preis (19.000 Euro) erhielte das Team von faktorgruen Landschaftsarchitekten bdl Beratende Ingenieure mbB aus Freiburg. Die Verfassenden überzeugten die Jury mit ihrem Entwurfsansatz, der auf den historischen Gegebenheiten der Altstadt aufbaut. Der Spitalhof wird zu einem Bibliotheksplatz, der multifunktional und nutzerfreundlich gestaltet ist. Entsiegelung und Begrünung erhöhen die Aufenthaltsqualität und schaffen einen attraktiven Zugang zur neuen Bibliothek sowie eine gute Verbindung zur Innenstadt.
Der Spitalhof soll als grüner Gartenhof gestaltet werden und an die platzprägende Umgebungsbebauung sowie die bestehenden Wegeführungen anknüpfen. Entsiegelung und Begrünung erhöhen die Aufenthaltsqualität und schaffen einen attraktiven Zugang zur neuen Bibliothek sowie eine gute Verbindung zur Innenstadt. So kann ein neuer, identitätsstiftender Platz für alle Generationen in der Schorndorfer Innenstadt entstehen.
Drei gut platzierte polygonale Grünflächen schaffen attraktive, verschattete Aufenthaltsbereiche, Lesegärten und Treffpunkte. Die Wahl verschiedener Baumarten kann zu einem stabilen Bestand beitragen, der sich langfristig vital entwickelt.
Das Lesecafé im Erdgeschoss verbindet Innen- und Außenraum auf sinnvolle Weise. Auch die Bezüge zum südlich angrenzenden Schulhof und zu den westlich angrenzenden Nutzungen sind in der Entwurfsidee überzeugend berücksichtigt.
Ein zentraler Wasserspiegel setzt einen angemessenen Akzent im Vorfeld des Eingangs zur Bibliothek. In diesem stadträumlichen Kontext sollte die Bibliothek direkter angebunden sein, ohne durch einen grünen Puffer vom Platz abgeschirmt zu werden.
Im südlichen Bereich der Archivstraße wird der räumliche Übergang sichtbar und schafft einen stimmigen öffentlichen Straßenraum bis zur Johann-Philipp-Palm-Straße. Die gezielte Anordnung der Bäume überzeugt und schafft sichere, attraktive Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer. Der Charakter der Johann-Philipp-Palm-Straße wird bis zum historischen Stadttor wirkungsvoll betont.
Unterschiedliche Beläge gliedern die einzelnen Teilflächen klar. Sitzgelegenheiten und weitere Möblierung greifen durch ihre Platzierung bestehende Raumkanten auf und setzen klare Akzente.
Insgesamt überzeugte der Entwurf die Jury mit seinem grünräumlichen Ansatz. Er stärkt die Mitte des Areals und bietet mit einem umlaufenden befestigten Rahmen genügend Raum für flexible Nutzungen der Anlieger.
Weitere Preisträger
- Den zweiten Preis (12.000 Euro) erhielt das Büro SETUP Landschaftsarchitektur PartG mbB bdla.
Vorstellung 2. Preis - Der dritte Preis (7.000 Euro) ging an das Büro OTTL.LA Schöberl Hövelmann PartG mbB mit k3 – Landschaftsarchitektur.
Vorstellung 3. Preis - Eine Anerkennung (5.000 Euro) erhielt das Büro Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten und Stadtplaner BDLA Gbr.
Vorstellung Anerkennung - Eine weitere Anerkennung (5.000 Euro) ging an das Büro bhm Planungsgesellschaft mbH.
Vorstellung Anerkennung
Mitglieder des Preisgerichts
Dem Preisgericht gehörten als Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter mit Stimmrecht an: Cornelia Bott (Landschaftsarchitektin), Stefan Fromm (Landschaftsarchitekt), Mathias Hähnig (Architekt und Stadtplaner), Ursula Hochrein (Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin), Roberto Kaiser (Landschaftsarchitekt), Daniel Lindemann (Landschaftsarchitekt), Anette Sinz-Beerstecher (Landschaftsarchitektin), Carolin von Lintig (Landschaftsarchitektin).
Stellvertretende Fachpreisrichterinnen: Cornelia Biegert (Landschaftsarchitektin), Patricia Legner (Landschaftsarchitektin)
Als Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter mit Stimmrecht wirkten aus dem Gemeinderat mit: Kirsten Katz (Fraktion CDU), Jürgen Erdmann (Fraktion SPD), Sabine Brennenstuhl (Fraktion FDP/FW), Tobias Schmid (Fraktion Grüne), Heidi Rapp (Fraktion SPD) als Vertretung der AfD.