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Stadtnachrichten

Hier finden Sie Informationen aus dem städtischen Mitteilungsblatt  "Schorndorf Aktuell"

Hier werden Schicksale greifbar


EBM Hemmerich betont, wie wichtig die Themen der Ausstellungen sind.

Anfang der Woche eröffnete Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich im Künkelin-Rathaus die bis Ende Juli laufenden Ausstellungen „Das nackte Leben - Flucht und Vertreibung im 21. Jahrhundert“ und „Die Würde des Menschen“ der drei Fotoreporter Uli Reinhardt, Christoph Püschner und Frank Schultze. Eine Einführung in die Themen gab ihr Kollege Tilman Wörtz im Namen der Fotografen und der Agentur Zeitenspiegel.

„Das nackte Leben - Flucht und Vertreibung im 21. Jahrhundert“ zeigt Bilder von Christoph Püschner und Frank Schultze aus zwanzig Jahren Reportage-Arbeit und porträtiert Menschen, die aus den unterschiedlichsten Notsituationen heraus ihre Heimat verlassen mussten.
Uli Reinhardts Ausstellung „Die Würde des Menschen“ umspannt sogar einen Zeitraum von vierzig Jahren und soll zeigen, dass man den Menschen alles nehmen kann, außer ihrer Würde.

Edgar Hemmerich zeigt sich begeistert von den Exponaten und meint: „Das sind Bilder, die wir so noch nicht im Rathaus hatten.“ Er ist gespannt, wie die Besucher auf die Ausstellung reagieren werden, denn es seien Bilder die betroffen machten. „Es geht um Menschen, die nicht von hier sind - denen es nicht so gut geht wie uns.“ Gerade das Bürgerbüro habe mit Menschen zu tun, die aus solchen Gebieten kommen, erzählt er. Menschen, die 2016 während der Flüchtlingskrise herkamen, als Schorndorf rund tausend Flüchtlinge aufnahm. Erst im Rahmen der Betreuung dieser Menschen wurde man sich derer Schicksale bewusst. Bei vielen halten die psychologischen Probleme bis heute an. Daher sei es wichtig, auf diese Regionen aufmerksam zu machen. Für Hemmerich sind die Ausstellungen sehr, sehr beeindruckend.

Und es ist wahr, dass einem die Bilder im Kopf bleiben: Menschen auf der Flucht, in engen Unterkünften zusammengepfercht, im Dreck lebend, verstümmelt. Seit dreißig Jahren dokumentieren die Reporter von Zeitenspiegel solche Situationen, erläutert Tilman Wörtz, selbst Autor der Agentur. Ihre Berichterstattungen und Fotografien erscheinen in großen Magazinen wie dem Spiegel, Geo, Zeit und der Süddeutschen Zeitung, dennoch sind Ausstellungen für ihn eine besondere Sache, denn sie sind nicht so kurzlebig wie das Printmedium. Hat man ein Magazin gelesen, legt man es weg und damit auch die Gedanken an das Gelesene. Eine Ausstellung bleibe länger im Kopf, meint Wörtz. Zudem würden die Plätze in den Magazinen weniger - noch ein Grund, der ihn dankbar für eine Ausstellung wie im Künkelin-Rathaus macht. Hier werden Schicksale greifbar.

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