Mikromobilität

Die Stadt Schorndorf konnte sich mit dem Projektantrag „Mikromobilität – nachhaltige Mobilitätslösungen für die Stadt von morgen“ erfolgreich bei der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Ausschreibung  „MobilitätsWerkStadt 2025“ behaupten. Seit dem 1.1.2020 erarbeitet die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Schorndorf´s sowie mit Projektpartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Ziel ist es, in einer ersten Projektphase Substitutionspotenziale für innerstädtische Pkw-Fahrten durch den Einsatz von e-Scootern, Verleihrädern und -pedelecs sowie anderen Formen der Mikromobilität zu erörtern und in einer zweiten Projektphase im Realbetrieb zu validieren.

Ausgangssituation

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens durch Individualfahrten mit dem Pkw und den damit einhergehenden ökologischen, ökonomischen und sozialen negativen Folgen hat die Stadt Schorndorf einen hohen Bedarf an neuen nachhaltigen Mobilitätslösungen. Punktuelle und bereits durchgeführte Maßnahmen, die den Bürgerinnen und Bürgern Alternativen zum motorisierten Individualverkehr bieten, stellen nur teilweise eine Entlastung dar. Neue innovative Maßnahmen, die sich intelligent miteinander verknüpfen lassen, scheinen vielversprechender. Der Einsatz von Mikromobilen könnte solch eine zukunftsweisende Maßnahme sein, denn diese lassen sich nicht nur mit anderen Verkehrsmitteln intelligent vernetzen sondern bieten auch das Potenzial, den individuellen Mobilitätsanforderungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden.

Projektablauf & -gliederung

Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen. Die erste Projektphase,  hat am 1. Januar 2020 begonnen und dauert bis zum 31. Dezember 2020 an. Diese Phase wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Für die zweite Projektphase, in der es um die praktische Erprobung von Mikromobilen gehen soll,  wird die Stadtverwaltung sich erneut bewerben müssen.

In der ersten Phase geht es  darum, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Wünsche für  städtische Mobilität aufzunehmen und zu analysieren. Mit den Ergebnissen sollen Mobilitätszenarien erarbeitet werden. Anschließend findet eine Bewertung der Szenarien hinsichtlich verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte statt. Die erste Phase wird mit der Auswahl eines Szenarios enden, welches dann in der zweiten Phase realisiert werden soll.
 
Die Bearbeitung der Projektphase erfolgt mittels der Bearbeitung von 4 Arbeitspaketen:
In Arbeitspaket 1 erfolgt die Bestandsaufnahme und Erörterung der Ausgangssituation mit Blick auf Mobilitätsangebote, Soziodemografie, Mobilitätsbedarfe und Akteurskonstellationen in Schorndorf. Die Erkenntnisse, die anhand von Literaturrecherchen und der Durchführung von Tiefeninterviews erzielt werden, werden zum Ende des Arbeitspaketes1 gebündelt. Darüber hinaus soll auch das Interesse der Bevölkerung zur Mitwirkung im Projekt geweckt werden. Aus diesem Grund wird sich das Projektteam auch bei der Veranstaltung „Rund ums Rad“ am 22. März vorstellen und Mikromobile zum Testen und anschauen mitbringen.
Basierend auf den Vorarbeiten des Arbeitspaketes 1 werden in Arbeitspaket 2 mittels der Betrachtung von Beispielen aus anderen Städten Barrieren und Erfolgsfaktoren für die Einführung von Mikromobilen identifiziert. Ergänzt wird diese Betrachtung durch eine Literaturrecherche zu den auf dem Markt verfügbaren Kleinstfahrzeugen. Diese werden zusätzlich auch mit Blick auf einen potenziellen Einsatz in Schorndorf analysiert und bewertet. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse bilden wiederum die Grundlage für die Durchführung einer Bürgerbeteiligungs-Konferenz. Sinn und Zweck dieser Konferenz wird es sein, die Mobilitätsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu erörtern und diese – verknüpft mit den Erkenntnissen aus den vorherigen Aufgabenfeldern – zu Mobilitätsszenarien zu verarbeiten. Die Resultate der Bürgerbeteiligung werden im Anschluss mit Blick auf deren Umsetzbarkeit und dem Substitutionspotenzial von individuellen Pkw-Fahrten anhand der Anwendung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Indikatoren bewertet. Das Ergebnis des Arbeitspaketes 2 wird ein Szenario sein, welches in der Projektphase 2 real erprobt werden soll.
Die im Arbeitspaket 1 und 2 erzielten Ergebnisse münden in Arbeitspaket 3 in die Konzeptionierung und Ausarbeitung der Projektphase 2. Diese Arbeit wird wesentlich durch die ebenfalls im Arbeitspaket 3 zu erarbeitenden Rahmenbedingungen und die Auswahl von geeigneten Fahrzeugen beeinflusst.
Das Arbeitspaket 4 befasst sich mit der projektinternen und –externen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Das Arbeitspaket 4 untergliedert sich in 2 Bereiche: Zum einen gilt es den Wissensfluss und kommunikativen Austausch zwischen den Projektbeteiligten aufrecht zu erhalten, zum anderen gilt es den Informationsfluss sowie die fortlaufende wissenschaftliche Reflexion und Ergebnissicherung durch Diskussionen mit externen interessierten Einrichtungen, Kommunen, Verbänden sowie auch Betreibern und Herstellern von Mikromobilen und Dienstleistern sicherzustellen. Hierfür werden die Netzwerke der Projektpartner genutzt und fachliche Diskussionen forciert.

Finanzierung

Das  Projekt erhält für die Durchführung der Projektphase 1 eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Projektphase 1 dient der Erstellung eines Gesamtkonzeptes, mit dem sich die Stadtverwaltung für die Förderung der Projektphase 2 (reale Erprobung des Konzeptes) erneut beim Ministerium für Bildung und Forschung bewerben muss.

Veranstaltungen / Aktuelles

Am Freitag, 31. Januar, lädt die Stadt Schorndorf zu der Auftaktveranstaltung des neuen Projektes „Mikromobilität“ ein. Von 16 bis 17:30 Uhr im großen Sitzungssaal am Marktplatz 1.

Neben einem einführenden Vortrag in das Thema der Mobilitätsentwicklung und des Stellenwerts der Mikromobile, wird das vorhabende Projekt vorgestellt und in einer anschließenden Runde mit verschiedenen Gesprächspartnern diskutiert. Abschließend wird es eine Fragerunde im Plenum geben. Nach dem offiziellen Teil wird zu einem Beisammensein im Foyer eingeladen.

Aus der Presse:

Projektpartner

  • Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V.
  • YORKS GmbH
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH
  • Landeshauptstadt Stuttgart
  • e-mobil BW GmbH
  • SG Schorndorf 1846 e.V.
  • Verkehrs-und Tarifverbund Stuttgart GmbH